E-Qalin Behindertenarbeit

Der durch das E-Qalin® Modell initiierte Veränderungsprozess hat nicht zum Ziel, bestehende und gut funktionierende Strukturen und Prozesse zu verwerfen und durch neue zu ersetzen. Das E-Qalin® Modell hinterfragt vielmehr, welche Strukturen, Prozesse und Ergebnisse erfolgreich und sinnvoll sind (Warum?), und darüber hinaus, welche verbesserungswürdig sein könnten. Dabei legen die Beteiligten selbst fest, was sie verändern möchten, und sie bestimmen auch den Zeitrahmen für Veränderungsmaßnahmen.
Das Modell passt sich dabei der jeweiligen Einrichtung ganz individuell an. Gefragt wird nach Regelkreisen und eventuellen Lücken in der bestehenden Organisation von Prozessen bzw. in der Gestaltung von Strukturen. Daher werden ganz bewusst weder im Modell noch im Handbuch konkrete Beispiele von Umsetzungs- oder Verbesserungsmaßnahmen aufgeführt. Das E-Qalin® Modell fordert die AnwenderInnen auf zu reflektieren, wie Ziele erreicht bzw. Regelkreise sinnvoll geschlossen werden können. Durch diesen Freiraum steht es den Beteiligten offen zu entscheiden, welche Instrumente sie einsetzen können oder möchten (z. B. Einsatz von Führungsinstrumenten, Kennzahlensystemen).

Eine transparente Planung und Umsetzung der E-Qalin® Selbstbewertung ist zentrale Aufgabe des Managements bzw. der E-Qalin® ProzessmanagerInnen. Die Kommunikation und Information der Betroffenen, vor allem zu Beginn und am Ende der Selbstbewertung, sind kritische Erfolgsfaktoren. Im Anschluss an die Selbstbewertung ist die Leitung für die Gewährleistung eines professionellen und kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (zur Umsetzung der definierten Verbesserungsmaßnahmen) verantwortlich.

Struktur des Modells

Beim E-Qalin® Modell sind einerseits die Strukturen und Prozesse in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung und andererseits die Ergebnisse die tragenden Säulen, auf die sich das Modell stützt und die für die Darstellung der Weiterentwicklung einer Einrichtung herangezogen werden. Die Ergebnisse verstehen sich dabei als Kennzahlen und somit als quantifizierbare Größen. Die beiden Säulen sollen verdeutlichen, dass das E-Qalin® Modell der Prozess- und der Ergebnisorientierung den gleichen Stellenwert beimisst.
Die Strukturen & Prozesse umfassen Vorgehensweisen, Instrumente und Grundsätze der Einrichtung. Hier fragt das Modell nach dem WAS, WER und WIE in der Einrichtung. Dem gegenüber stehen die Ergebnisse, die aus den in den Perspektiven beschriebenen Aktivitäten gewonnen werden. Im E-Qalin® Modell geht es um die Qualität von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen und den Umgang damit. Es ist nicht Ziel des Modells, Vorgaben zu definieren, wie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung aufgebaut und organisiert sein sollen. Diese Offenheit soll ermöglichen, für unterschiedlichste Einrichtungen anwendbar zu sein.